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The Dart Side of Life - Die Adrian Geiler Kolumne #8: Der nächste Schritt im Darts-Boom

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Ab 2027 läuft die Darts-WM bei ProSieben, DAZN baut sein Angebot weiter aus und Luke Littler erobert den Mainstream. Warum der Sport gerade einen neuen Höhepunkt erreicht – und weshalb die nächsten Jahre noch spannender werden könnten.


Hallo liebe Dartsfreunde,
es war die News des Februars: Die Darts-WM läuft in Deutschland ab 2027 bei ProSieben. SPORT1 geht erstmals in der Sendergeschichte leer aus, aber nichtsdestotrotz gibt es nächstes Jahr dort jede Menge Darts zu sehen! Und DAZN bleibt „Home of Darts“ und überträgt alle Turniere – und sogar mehr als bisher. Nach dem bahnbrechenden Deal der PDC mit Sky UK ist die
Übertragung von Darts auch im zweitwichtigsten Markt nach dem Vereinigten Königreich gesichert.

Die Entwicklung zeigt einmal mehr: Darts boomt unaufhaltsam. Der Sport kommt im Mainstream an. ProSieben ist ein großer Name im TV-Business und zeigt immer wieder mit der Promi-Darts-WM, dass es den Sport versteht. Egal, wie das Team vor und hinter der Kamera aufgestellt sein wird – ich bin mir sicher, dass Darts dort in guten Händen ist.

Für SPORT1 tut es mir leid. Der Sender hat einen beträchtlichen, wenn nicht sogar entscheidenden Anteil daran, dass Darts in Deutschland so erfolgreich ist. Die Übertragungen mit Elmar Paulke und Roland Scholten oder Tomas „Shorty“ Seyler sind legendär und Kult. Basti Schwele und Robby Marijanovic haben dieses schwere Erbe nach Paulkes Wechsel 2018 zu DAZN übernommen und erfolgreich fortgesetzt. Ich würde sogar so weit gehen und die beiden als Kult bezeichnen. Und ganz verlieren werden wir die beiden ja nicht. Denn SPORT1 ist ja nicht raus, im Gegenteil: 69 (Basti Schwele würde jetzt „It’s hilarious“
sagen) Live-Tage sind viel.

DAZN ist der große Gewinner der Rechtevergabe. Denn nicht nur etabliert sich der Sender in der deutschen Dartsszene. Nein, wie 2022 mit der European Tour baut der Sender erneut das Rechteportfolio aus! Ab 2027 können die AbonnentInnen auch Players-Championship-Turniere und Sekundärtouren (Challenge Tour, Development Tour, Women’s Series) auf der Plattform sehen. DAZN hat Bock auf Darts: Die Konferenz bei den UK Open ist das nächste Zeichen dafür nach der Konferenz bei den PC Finals und der Vor-Ort-Präsenz während der WM. Und senderintern könnte ich mir vorstellen, dass Darts aufgrund des geringen Produktionsaufwands mit verhältnismäßig hohem Ertrag bei DAZN in der Wichtigkeit aufsteigen wird. Denn DAZN verliert ab 2027 die TV-Rechte an der Champions League.

Das alles ist die Fortsetzung eines bemerkenswerten Aufstiegs von Darts. Nicht nur in Deutschland. Auch wenn hier beispielsweise der WM-Halbfinal-Run 2022 von Gabriel Clemens ein wichtiger Meilenstein war. Plötzlich hat die „Tagesschau“ berichtet und der „German Giant“ saß im „Sportstudio“. Mittlerweile ist Darts in! Auch in UK prescht Darts in den Mainstream vor. Neulich haben die BRIT Awards stattgefunden, erstmals in Manchester und nicht wie üblich in London. Die Veranstalter des international renommierten Musikpreises hatten dann die Idee, einen Sportstar aus der Region einzuladen, damit er einen Preis vergibt: Luke Littler. Zusammen mit seinem (Darts-affinen) Influencer-Kumpel Angryginge hat der Darts-Doppelweltmeister Rosé und Bruno Mars für den besten internationalen Song „Apt.“ ausgezeichnet. Rosé hat den Preis entgegengenommen. Die höchsterfolgreiche K-Pop-Sängerin war damit für einige Sekunden auf derselben Bühne wie der beste Dartsspieler der Welt. Nochmal zur Erinnerung:

Die BRIT Awards sind ein Event, über dessen Gala vom Roten Teppich berichtet wird. Raye saß im Publikum, auch Harry Styles war da. Und da, in diesem Kosmos, ist jetzt ein Dartsspieler präsent. Erzählt das mal jemandem vor 10 Jahren.

Und die Entwicklung setzt sich fort: Luke Littler ist für den Laureus Sport Award „Durchbruch des Jahres“ nominiert worden – als erster Dartsspieler, in einer Kategorie mit Formel-1-Weltmeister Lando Norris. In Deutschland entsteht „The Last Flight“, eine Dartliga mit Content Creatorn – professionell aufgezogen und mit dem Anspruch, Sport und Entertainment zu vereinen. Ich werde als Kommentator Teil dieser Liga sein, BULL’S stellt u.a. die Boards. Und ich war Ende Februar auch nochmal in Berlin, um das hausinterne Dartturnier der Fußballberichterstatter Calcio Berlin (103.000 Follower auf Instagram, 285.000 Abonnenten auf YouTube) zu kommentieren. Bei allen Beteiligten war die riesige Lust auf Darts zu spüren. Und durch die Streamingplattform Twitch ist auch immer die Nähe zu den Fans gewährleistet.

Die kürzlich ausgetragenen UK Open waren vielleicht der erste Stimmungsdämpfer im Luke-Littler-Hype. „The Nuke“ ist der unumstrittene Dominator, verteidigt den Titel und ist jetzt schon der dritterfolgreichste Spieler aller Zeiten. Der Triumph erfolgt aber ohne große Emotionen, weil Littlers B-Game (von 99 Punkten im Average btw.) ausreicht. Auf der einen Seite brauchen wir Littlers Greatness im Sport. Auf der anderen darf es auch nicht zu einseitig und dröge werden.

Die Sterne stehen trotz und wegen Littler weiterhin gut für Darts, vor allem in Deutschland. Auch in Italien und Frankreich gibt es neue TV-Deals bzw. Angebote seitens der PDC. Der Sport bleibt im Free-TV und verschwindet nicht gänzlich hinter einer Paywall wie einst in den Niederlanden. Das hat dem Aufschwung dort geschadet. Und Probleme wie in Polen, wo es trotz des immer besser, bekannter und beliebter werdenden BULL’S-Spielers Krzysztof Ratajski (schon wieder Viertelfinale bei den UK Open) zeitweise gar keine Live-Übertragung gab, kommen immer seltener vor.

Vieles wird anders werden im Darts in den nächsten Jahren. Neues Publikum, neue Fans, neue Entwicklungen.

Das wird spaßig!

Game on,
euer Adrian